Mittwoch, 19. Juni 2013

das geheimnis der sockenwollestreifen

die liebe frau chat noir hatte mich in einem kommentar zum letzten eintrag gefragt, ob ich wüsste, wie die selbstmusternden sockenwollen gemacht werden. also die, die beim verstricken schöne bunte muster oder streifen machen, ohne daß man den faden wechseln müßte. ich habe ihr einen link gepostet zu einem youtubevideo, in dem das von unseren lieblings-erklärbären aus der sendung mit der maus super schön gezeigt wird. die krönung des ganzen ist ja noch, daß der beitrag bei der firma tutto aufgenommen wurde, die meine liebste sockenwolle opal herstellt...


worauf ich aber hinaus wollte: wenn ich mal wieder ein wunderbares knäuel selbstmusternde sockenwolle in der hand halte, denke ich meistens an meine geliebte oma rose. die war nämlich die sockenlieferantin der gesamten familie, bevor ich überhaupt ans stricken gedacht habe. alle hatten socken von rose, und man sah sie eigentlich nie ohne strickzeug. klingt wie eine beschreibung von mir.
jedenfalls gab es zu der zeit sockenwolle in allen möglichen farben, auch mit so tweedknubbeln oder später auch melierte garne, aber das wars auch. 
wünschte sich jemand geringelte socken, dann bekam er sie (unter mehr oder weniger lautem fluchen, meine oma rose hatte da durchaus seemännische qualitäten). sie saß dann da mit drei oder vier knäulen wolle und wechselte alle paar runden die farbe. was bedeutete, entweder 500 fäden zu vernähen oder die nicht benutzten fäden mühsam hinten irgendwo mitlaufen zu lassen und zu verweben. außerdem verhedderten sich die knäule durch das drehen der socke dauernd und mußten unter absingen schmutziger lieder wieder in ordnung gerbacht werden.

wenn ich also heute ein knäuel in der hand habe, das ohne jede mühe alle paar runden die farbe wechselt, und das auch noch bis zu 10 mal pro rapport (also bis das ganze sich wiederholt), dann denke ich darüber nach, wie rose sich gefreut hätte, wenn sie das noch mitbekommen hätte. leider ist sie vor 15 oder 16 jahren gestorben und hat glaube ich den einmarsch der ringelsockenwolle nicht mehr so richtig miterlebt. 
ist eigentlich eine wunderbare art an jemanden zu denken, finde ich.

auf dem bild lacht sie mit ihrem kajo, dem besten koch und holzwurm der welt.
ich küsse euch beide...

Kommentare:

  1. Vielen Dank, liebe Anna! Und machst Du das mit Deiner Wolle genauso?
    Übrigens haben wir eine Oma Henny, die alle mit Socken versorgt hat. Leider ist sie nun dement und strickt überhaupt nicht mehr.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Bei meinen gesponnenen Garnen mit Farbverläufen wird die ungesponnene Wolle gefärbt, durch das Verspinnen ergeben sich dann mehr oder weniger lange Streifen. Sockenwolle habe ich auch schon gefärbt, aber nicht so wie in dem Beitrag, sondern die wird auf einen Strang gewickelt und abschnittsweise gefärbt. So bekomme ich aber höchstens ganz dünne Ringel hin. Manche stricken aus der weißen Sockenwolle auch so Lappen und färben die dann ein, dann kann man auch breite Streifen färben. Das wird dann Sockblank genannt. Zum Sockenstricken ribbelt man den Lappen dann wieder auf. Hab ich noch nicht gemacht, dazu fehlt mir die Strickmaschine.
      Ich bin ja der Meinung, jede Familie braucht unbedingt eine Strickerin, die sie mit Socken versorgt! Gut daß deine Tochter Oma Henny ablösen konnte.

      Löschen