Donnerstag, 6. Juni 2013

tätowiererwolle

letztes jahr habe ich mich (erneut) tätowieren lassen. da die wolle ja nun eine wirklich große rolle in meinem leben spielt, war schon im vorfeld länger klar, daß es ein wollknäul auf der schulter sein soll. ich dachte ja echt, da kann ich mich auf was einstellen von seiten des tätowierers, von wegen komisches motiv... andererseits, was andere leute sich so stechen lassen, da ist son wollknäul ja echt harmlos gegen.
und so kam es denn auch ganz anders, der tätowierer war schlichtweg begeistert von dem motiv, sowas hatte er tatsächlich noch nie, und da er ein großer anhänger der selbstversorgung ist, war er total angetan von meinen wollsüchten. nicht nur stricken, auch noch spinnen... das wollknäul war schnell fertig (und sooo schön!), und dann erwähnte salle noch, daß er und seine familie bis vor kurzem zwei schafe hatten, die aber nun leider den weg in die ewigen weidegründe angetreten hatten, aber es sei schon geplant, neue zu kaufen.

vorgestern nun kam eine nachricht übers gesichtsbuch. ob ich interesse an wolle hätte von zwei schwarzen (!) milchschafen (!), sie hätten die zwei am tag vorher abgejackt... großartig! was für eine frage! obwohl ich sonst eher selten rohwolle verarbeite, bin ich heute hin und hab mir die schwarzen wolken angeguckt... und was soll ich sagen? super weiche wunderbare wolle, untendrunter tiefschwarz mit ausgebleichten hellroten spitzen, recht wenig verschmutzt. einpacken! 

das waren die zwei spenderinnen, frau meier und ihre tochter frollein müller, voll schöne tiere!


die nachbarn hatten gerade elternzeit...


und weil der tag noch so jung und soo schön war, hab ich zuhause gleich losgelegt mit frau meier.


ja, das war auf einem schaf drauf!
gut, also habe ich heute vormittag ein paar stunden sortiert, sprich kurze nachschnitte raus, wobei das recht wenige waren, guter scherer, und die unspinnbaren partien raussortieren. was übrig blieb habe ich in etappen in gutem regenwasser grob vorgewaschen (das wasser ist hinterher super zum blumengießen!) und zum abtropfen in die wiese gestellt.


so sah das wasser übrigens nachher aus...


hier noch ein suchbild: wo hört die wolle auf und fängt die katze an?


kasi fands aber auch spannend.


nach einem abschließenden entfettenden shampoowaschgang in der wanne darf die pracht jetzt über nacht in der wanne abtropfen, und morgen gehts raus zum trocknen...

Kommentare:

  1. das ist ja toll,ich träume auch noch von einem eigenen Schaf,aber wohin damit ?
    Das schreit jetzt aber nach einer Kardiermaschiene.
    Ich freu mich schon darauf am Sonntag die Wolle bewundern und fühlen zu dürfen
    LG Bettina

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    1. Jaaa, Kardiertier, wer konnte denn ahnen, daß ich doch nochmal Rohwolle verarbeite? Jetzt isses verkauft und das neue muss noch bis zu meinem Geburtstag warten. Ich mach mal einen Testlauf aus der Flocke, vielleicht gefällt das so, dann machts ja nichts.
      Sonntag wird hoffentlich die zweite Schafdame zum Trocknen ausliegen, heute trocknet die erste und morgen mach ich mich an den Rest.

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  2. Poooaaahhh*kreisch* ...die Farbe ist grandios, denn so echt dunkles Schwarz ist superselten!
    Die Katzis sind ja schon von Geburt an die Wolle gewöhnt...

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