Montag, 23. Februar 2015

kleiner Ausflug

Seit ich selber spinne, kaufe ich ja kaum noch industriell hergestellte Wolle. Die Ausnahme bilden Sockenwolle, weil ich die selbergesponnen meist zu schade für die Füße finde und außerdem mag ich die Opalqualität doch sehr gerne, und hin und wieder kaufe ich ein Garn aus verschiedenen Gründen.
Leicht gemacht wird mir diese Haltung dadurch, daß ich im Internet Wolle eigentlich nur dann kaufe, wenn ich die schonmal in echt gesehen habe, um Enttäuschungen zu vermeiden, und außerdem gibt es hier in Bochum zwar den einen oder anderen Wolleladen, aber die zeichnen sich meist durch ein recht phantasieloses Angebot an Standardgarnen der bekannten Marken aus. Zudem glänzen nicht alle mit freundlichen Mitarbeitern, in einem Fall ist es sogar die Chefin selber, die regelmäßig Kunden vergrault, wer hier wohnt weiß wovon ich rede.
Nun war heute also ein Tag, an dem ich was brauchte.
Ich hatte meinem Papa vor ein paar Jahren einen gewebten Schal aus Kauniwolle geschenkt, den ich eigentlich für mich gemacht hatte, der ihm aber soooo gut gefallen hatte... nun ja. Als er mir vor einigen Tagen erzählte, daß ihn wieder einmal wildfremde Menschen auf den Schal angesprochen hätten, beschloss ich, daß ich 1. endlich auch wieder so ein Teil brauche, und 2. ich doch eigentlich mal auf Vorrat, oder als Geschenk oder so noch einen weiteren machen könnte. Im Netz war auch schnell ein shop gefunden, der das Garn führte, nämlich Tinkus' Strickparadies und bei genauerem Hinsehen stellte sich heraus, daß der zugehörige Laden in Dortmund, also quasi um die Ecke, liegt.
Da war ich dann heute nachmittag, und ... ahem... man könnte sagen, da hab ich jetzt wohl ein Problem: die Ausrede mit den weniger gut sortierten Geschäften zieht jetzt auf jeden Fall nicht mehr.  Das Lädchen ist nicht groß, aber voll bis unters Dach mit den erlesensten Garnen. Ein Knaller jagt den nächsten: Artesano, Geilsk, Holst Garn, Isager, Shilasdair, Kauni, und was nicht noch alles. Dazu noch die obligatorischen, Boshy, Schoppel Zauberbälle, Zitron, Opal, Baumwollgarne etc, außerdem Zubehör en masse.
Ich war total fertig. Im Nachhinein ist mir leicht schleierhaft, wie das alles in den Verkaufsraum gepasst hat, vielleicht war der doch größer als ich jetzt erinnere.






Atelier Zitron Traumseide hinter Glas ;)











Zwischendrin der sehr nette Ehemann der Besitzerin und die Tochter der Familie samt Katze (natürlich eine Katze, so sind wir Wolleleute!), die ganze Stimmung dort war unglaublich herzlich und ich fühlte mich gleich sehr willkommen.
Mein Tip: wer es nicht zu weit hat, sollte dringend ins Lädchen fahren und sich die Pracht einmal ansehen, anstatt im Netz zu bestellen, denn diese Pracht stellt die Wollsüchtige sich nicht in ihren kühnsten Träumen vor!

So, und was hab ich jetzt davon? Also mitgenommen?
Kauni in der Farbe EQ, und zwar dafür:












Sonntag, 22. Februar 2015

Nach dem Treffen ist vor dem Treffen

... obwohl mir diese Haltung am Morgen danach doch oft noch schwer fällt. Sooo lange noch bis zum nächsten Treffen, fast 4 Wochen!! Heul...
Es war wieder so schön! Ich muß nur noch die Leute dazu kriegen, daß sie nicht so früh gehen, ich hätte auch noch bis Mitternacht weitergekonnt...
Ausführlich gibt es das auch noch mal im Wollverwandler-Blog

Ich zeige nur noch schnell meine Wollbeute aus Tines Wollküche...



Und für die Katzenfraktion einen Zeitraffer









Montag, 16. Februar 2015

Fotoeinwurf

Heute Morgen war ich dank meiner glücklicherweise abklingenden Erkältung sehr früh wach... Ich kann nicht mehr liegen, wenn alles so zu sitzt, dann muss ich senkrecht und alles was keine Miete zahlt muss raus. Also erst mal Kaffee machen und in Ruhe die Netzrunde drehen, bis die ersten Familienmitglieder auf der Bildfläche erscheinen.
Draußen war es schlotterig kalt, aber es wird ja in diesen Tagen auf wundersame Weise dann doch im Laufe des Tages noch wunderbar frühlingshaft mild. Und wie die Sonne gut tut! Erst jetzt, wo sie uns wieder anlacht, merke ich, wie die gefehlt hat! 
Die ersten Kraniche sind auch schon wieder zurück, vor 2 Tagen zog ein großer Keil über unser Haus. Die Rufe dieser Tiere sind für mich etwas ganz besonderes in ihrer eleganten Wehmut. Meine Mama stürzte auf diese Rufe hin immer aus dem Haus und schaute den Keilen der Schwärme zu bis sie nicht mehr zu erkennen waren. Die Wildgänse und Kraniche übten auf sie und dadurch auch auf mich immer eine besondere Magie aus. Sie markieren für mich so deutlich wie nichts anderes den Jahreszeitenwechsel von der kalten, dunklen hin zur hellen, warmen Phase. 
Seit meine Mama nicht mehr da ist, sind die Schwärme der Zugvögel und ihre Rufe in der Ferne auch immer eine Erinnerung an sie. In dem Jahr ihres Todes habe ich mir die Schwärme nicht angesehen, da tat es mir sehr weh. Inzwischen freue ich mich wieder und denke sehr gerne an meine Mama, wenn ich die Kraniche und Wildgänse höre und sehe. 


Jedenfalls bin ich dann kurzentschlossen in den noch reifüberzogenen Garten gegangen und habe noch ein paar Bilder von der Riesenwolke gemacht



Außerdem hatte ich noch ein anderes Nuvemtuch dabei, das schon vor einer Weile fertig geworden war, das erste aus einer Wollmeise lace, welches ja das Originalgarn ist. Gefällt mir sehr gut, das Garn, daraus eignet sich der Lappen auch als Schalersatz.



Und zum guten Schluss noch was katziges...


Der rote Bratbär und die Prinzessin. Sind sie nicht wonnig?




Freitag, 13. Februar 2015

Riesenwolke und Frühlingssehnsucht

Aus diversen rotbunten und orientalisch angehauchten Handgesponnenen habe ich wieder einmal ein Nuvemtuch nach Martina Behm gestrickt. Ich mag den Rythmus und die meditative Arbeit bei diesem Modell, deshalb habe ich es nun auch schon zum 8. Mal gestrickt. Es sollte riesig groß und kuschelig werden, so richtig zum Einwickeln. Mission erfüllt, würde ich sagen...


Unser Kasimirchen fand es schon im Entstehungsprozess unwiderstehlich



Letztes Wochenende war ich damit fertig, keine 2 Wochen nach dem Anschlagen, und direkt konnte ich die Kuschelqualitäten testen, da kam nämlich dann der Superinfekt. Die Krankheitssymptome hielten sich im Rahmen, aber diese generelle Erschöpfung... der Hammer! Heute, am Freitag geht es endlich besser.
Also habe ich mir eine frühlingshafte Färbung auf südafrikanischer Merino gegriffen und angesponnen.

 
Präsentiert auf meinem dunkelpink/dunkelgrün gestreiften Tuch wegen Beißereigefahr auf rotem Sessel. Hier kommen die Farben ganz gut raus, auf den nächsten Bildern wirkt der Kammzug heller. 


Spinnen tu ich auf meinem Knubbelchenrad, das mein Mann mir letztes Jahr zum Hochzeitstag geschenkt hat (etwas unfreiwillig aber doch von Herzen ;) ). 
Es handelt sich dabei um ein antikes Schätzchen, welches mit einem modernen Spinnflügel von Ashford aufgerüstet wurde. Eine liebe Spinnfreundin hat das geniale Talent zu solchen "Operationen", bei ihr habe ich den Knubbel zum ersten Mal gesehen und mich unsterblich verliebt. Er hat einen Einzeltritt, der durch mich mit einem maximal großen Trittbrett versehen wurde, damit ich auch beide Füße gemeinsam aufsetzen kann. Gegen kalte Füße gab es noch einen Fellbezug.


Das Rad spinnt sich wirklich sehr schön und leicht, obwohl das Schwungrad so klein ist, das liegt am hohen Gewicht des Rades durch die Dicke des Materials.
Beim letzten Treffen der Wollverwandler hatte ich den Knubbel mit und er hat dort mehrere Spinnerinnen und Spinner begeistert.