Samstag, 16. Januar 2016

Geburtstag!

Heute Mittag ist wieder Wollverwandlertreffen, und dieses Mal ist schon einjähriges Jubiläum! Unfassbar! Ich hätte mir nie träumen lassen, daß unser offenes Treffen so gut ankommt und so begeistert frequentiert wird. Und immer wieder stoßen neue Spinnerinnen zu uns, auch dieses Mal hatte ich wieder einige Anfragen über unser Spinngruppenblog. Ich freu mich!

Gestern habe ich gegen den Lärm angefärbt. Nebenan haben meine drei Helden gestern die Küche des alten Mannes entkernt, damit wir sie für uns umbauen können. 
Währenddessen habe ich kurzentschlossen das hier fabriziert:


Es handelt sich um Pencil Roving (auf deutsch nennt sich das manchmal Fingerwolle) in der Qualität Merino/Leinen/PA von Wollschaaarf (Link im letzten Eintrag), der hatte mir ja so gut gefallen in meinem Adventsgewinn, daß ich davon direkt was nachfordern musste.
Ich habe den Kammzug um zwei Stuhllehnen zu zwei Strängen à 100g mit Umfang von ca 5 m gewickelt, dann beide Stränge nach dem Einweichen parallel gehalten und gemeinsam abschnittsweise in einem Topf per Tauchfärbung gefärbt. 
Ich habe ebenfalls zum ersten Mal die Farben aus dem Wollschaaarf-Sortiment benutzt, die ich mir schon vor einer Weile zum Probieren bestellt hatte. Das Rot, das Lila und das Hellgrün musste ich mir mischen, alle anderen Farben sind unvermischt. 
Ich bin so vorgegangen: in einem Topf (nicht zu groß!) wird Wasser (ca 1 bis 1,5l) mit Säure (bei mir Zitronensäure 5%ig) erhitzt. Das Farbpulver habe ich direkt hinzugefügt. Dann den Kammzugabschnitt eintauchen und eine Weile drin hängen lassen, vielleicht so 5 Minuten. Um überschüssige Pigmente aufzunehmen, habe ich dann ein Stück anderen Kammzug in den Topf geworfen. Dann beides raus in ein Sieb zum Abtropfen und neue Farbe anrühren. Sinkt der Wasserstand zu sehr, wird einfach Wasser und Säure nachgefüllt. 
So einmal rund um den Strang arbeiten. Wenn man es ganz ordentlich machen wollte, müsste man natürlich vorher ermitteln, wie lang jeder Abschnitt genau werden soll, das habe ich mir gespart, deswegen ist der letzte Abschnitt in hellgrün länger als die anderen, ist mir aber egal, ist ja meine Lieblingsfarbe.
Abschließend habe ich die Fasern noch einmal in einem großen Topf in Wasser+Säure erhitzt um ausreichende Fixierung zu erreichen. Mal sehen, wie es sich heute beim Spinntreffen auf der Spule entwickelt!

Und nebenan sah es dann nach 7 Stunden Schwerstarbeit nicht mehr so aus:

...sondern so:






Montag, 11. Januar 2016

Fertiges

Einiges wurde hier wieder einmal fertig, so zwei Wochen Ferien bieten trotz Festefeierei doch eine Menge Zeit zu spinnen und zu stricken...
Zunächst einmal das Gesponnene:
Der vierte und letzte Strang meines Faseradventskalenders wartete noch aufs Zwirnen, wurde nachgeholt.

















Das war der schöööne Gewinn von der Firma Wollschaaarf, ein Strang handgefärbtes Vorgarn in einer Merino/Leinen/PA-Qualität. Das habe ich auf dem neuen Hutschächtelchen gesponnen und auf dem Ladybug gezwirnt. Das ist sehr sehr schön geworden, der Faden hat einen irren Glanz und ist wirklich sehr weich...
Ich habe heute im Hoflädchen weißes Vorgarn in der Qualität zum Selberfärben bestellt, davon brauche ich unbedingt noch was.

















Man beachte bitte den wunderhübschen winzigen Schiebehaken, den meine liebe Spinnfreundin Heike mir für das Rad gebogen hat.Die Frau hat Finger aus Gold. Und das richtige Fachwissen...







































Und dann war da noch dieser Strang hier, den ich auf einem Spinntreffen von einer unserer Mitspinnerinnen gekauft hatte... leider war der etwas angefilzt, war nicht ganz so easy den zu verspinnen. Hat dann aber doch geklappt und war das erste Garn, das ich auf dem Louet S40 LE versponnen habe.

  
 
 
Man erkennt deutlich, daß in der einen Hälfte des Kammzugs (auf dem oberen Foto in der Mitte der Schnecke) mehr blau auftauchte, das wäre dann der untere Strang.
Das neue Rad hat übrigens für mich noch einen unschlagbaren Vorteil: dadurch, daß es nur eine recht gemütliche Übersetzung hat, zwingt es mich, meine sehr schnelle und sehr dünne Komfortzone zu verlassen. Um eine so schnelle Drehung des Flügels zu erreichen wie ich es bräuchte um so dünn wie immer zu spinnen, müsste ich mir nen Wolf treten... also wird auf diesem Rad eher gemütlich gearbeitet. Was auch meinen Spinnfähigkeiten entgegen kommt, denn dicker spinnen fällt mir ja inzwischen meist etwas schwer.

Gestrickt habe ich in den Ferien auch, neben einer weiteren 15Maschendecke für ein baldiges Baby entstand aus 4 verschiedenen handgesponnenen Garnen dieses Teil hier
 


Das Modell heißt Color craving und ist von Stephen West.
Angeschlagen am 20.12., beendet am 28.12. Das hat aber auch so einen Spaß gemacht, die Konstruktion ist echt der Oberknaller...